Gute Manieren für ein friedliches Miteinander

Manieren, gutes Benehmen, oder Benimm-Dich-Regeln sind Regeln des Verhaltens in einer definierten Gruppe. Sie geben den Rahmen für das eigene Verhalten, Gesten, Mimik oder Kleidung vor und sorgen für ein harmonisches und respektvolles interkulturelles Miteinander in einer Gruppe, die örtlich oder gesellschaftlich zusammen kommt.

Wenn in Rom, tue wie die Römer es tun. (altes Sprichwort)

Interaktionen mit anderen Menschen sind Teil unseres Alltags, und die Art und Weise, wie wir damit umgehen, beeinflusst direkt, wie andere uns ansehen und behandeln.

Deshalb sind gute Umgangsformen so wichtig.

Haben Sie gute Manieren?

Hier einige Fragen, die man sich selbst stellen sollte:

  • Welchen ersten Eindruck vermittle ich?
  • Bin ich ein herzlicher Mensch?
  • Erkennt man mich als respektvoll?

Sofern man selbst meint, diese Fragen beantworten zu können, sollte man auch beobachten, ob andere der gleichen Meinung sind.

Man kann sich leider sehr täuschen.

Beispiele für gute Manieren:

In unserem täglichen Leben gibt es mehrere Gelegenheiten, in denen wir gute Manieren üben können.

Hier einige Kleinigkeiten, die Großes bewirken:

Danke sagen

Immer wenn man etwas bekommst, zeigt man Dankbarkeit mit einem freundlichen "Danke".

Der KassiererIn des Lebensmittelladens zu danken ist ein gutes Beispiel, das viele Menschen leider vergessen.

Sie wollen einen guten Service, sie will Anerkennung. Sage ein freundliches "Danke" und beobachte die positive Reaktion.

Den Vortritt überlassen

Handys lenken zum Teil zu sehr von der erforderlichen Sozialisierung ab. Daher gilt, Augen auf und wenn jemand die gleiche Tür wie man selbst benutzt, kann man die Tür aufhalten, so dass die Person zuerst passieren kann.

Sich zu merken, dass nicht nur Männer diese Geste machen müssen, ist wichtig. Auch Frauen zeigen sich viel selbstbewusster, wenn sie auf einen Vortritt verzichten.

Es ist eine Frage des Respekts, nicht des Geschlechts und auch nicht des Alters, wobei man älteren Personen besonders den Vortritt als Zeichen des Respektes überlassen sollte.

Darf ich bitte?

Um Erlaubnis zu fragen, fällt manchen wirklich schwer. Dies kann auch eine Folge der übermässigen Präsenz der elektronischen Medien in unserem Alltag sein. Viele sprechen los, ohne sicher zu stellen, ob sie gehört werden. Dies erzeugt das Babylon-Chaos, wo zahlreiche Personen aufeinander sprechen und keiner hört, was die anderen sagen.

Wenn man jemanden bei einem wichtigen Thema unterbrechen möchte, ist die höflichste Art, dies zu tun, "Darf ich kurz unterbrechen?" zu fragen und, wenn die Erlaubnis erteilt wird, nur dann seinen Einwand vorzutragen.

Wenn jedoch der Gesprächspartner entschlossen ist, den ganzen Sauerstoff im Raum zu übernehmen, würde auch ausreichen "Ich kann Ihnen leider nicht folgen..." und sich möglichst desinteressiert zu zeigen. Dies meidet Eskalationen und jeder merkt, wenn er oder sie zu viel gesprochen hat.

Höflich und moderat wird man gern gehört

Man sollte versuchen, einen harmonischen Tonfall für die Umgebung zu führen, in der man sich befindet.

Man sollte weder zu laut, noch zu leise sprechen und andere möglichst nicht unterbrechen.

Zuhören ist eines der wichtigsten Merkmale des guten Benehmens und Geduld bietet Zeit um abzuwägen, ob man richtig liegt.

In manchen Kreisen geht man fast unter, weil jeder mehr oder lauter als der Nächste spricht. Aber da gilt es auch zu wissen, wie wichtig es ist, in einem solchen Kreis wahrgenommen zu werden.

In solchen Kreisen sind Gespräche auch meistens wirkungslos und daher kann man sich die Mühe ersparen und sich lieber mit anderen ebenso höflichen Personen abgeben.

Bitte sagen

Wenn man etwas frägt oder will, sollte die Formulierung freundlich und immer mit einem "Bitte" begleitet sein.

Auf diese Weise baut man eine respektvolle Beziehung zum Gesprächspartner auf. Man zeigt, dass die Zeit der Person geschätzt wird.

Entschuldigung sagen

Wenn man jemanden beim sprechen stören muss, sollte man dies höflich tun.

Wenn man auf Füsse von Fremden tritt oder wenn man Platz zum Aussteigen aus den öffentlichen Verkehrsmitteln braucht, ein wohlklingenden "Entschuldigen Sie bitte." begleitet von einem Lächeln bewirkt Wunder.

Dies vermeidet auch Konflikte durch eventuelle Missverständnisse.

Entsprechend zu grüßen

Grüßt man Jemanden, sollte dies entsprechend der Beziehung zur Person geschehen.

Mit dem Grüßen zeigt man die eigene Anwesenheit und, dass die begrüßte Person für einen wichtig ist.

Fehlformulierte Grüße sind katastrophal. Daher gilt: lieber formeller mit einem Lächeln, als zu plump. Auch mit Vornamen sollte man aufpassen, weil wenn man den falschen Vornamen anwendet, zeigt man sich nicht von seiner besseren Seite.

Sich vorstellen

Ob persönlich oder am Telefon, spricht man den eigenen Namen klar und wohlformuliert. Es ist zu bedenken, dass in einer multikulturellen Gesellschaft nicht jeder einen Namen sofort verstehen kann.

Wenn man jemanden anruft, ist es Pflicht, sich zuerst vorzustellen. Man sollte nicht barsch fragen, "wer spricht". Dies erzeugt immer Abwehr. Man gibt sich zuerst zu erkennen und bittet dann, mit der gewünschten Person zu sprechen.

Die Frage "Mit wem spreche ich?" ist auch etwas kritisch und ich empfehle auf diese zu verzichten. Lieber sagt man: "Ich habe Ihren Namen nicht verstanden."

Solltet man auf eine unhöfliche Person treffen, die patzig antwortet, legt man auf und ruft erneut an.

Irgendwann regelt sich das wie im Zauber.

Bildung kommt von der Wiege

Diese Maxime war noch nie so wahr.

Gute Manieren müssen frühzeitig an Kinder weitergegeben werden. Es ist die Aufgabe der Eltern (nicht von Kitas), Kindern Manieren beizubringen und gebührend zu berücksichtigen, wie wir mit anderen Menschen umgehen sollen um akzeptiert zu werden. Darauf basiert auch der Erfolg des Kindes im Leben.

Ein Kind, das mit Freundlichkeit und respektvoller Einstellung als Vorbild aufwächst, wird dieses Verhalten auch in seinem Erwachsenensein schätzen.

Einfluss von Manieren

Gute Manieren wirken sich direkt darauf aus, wie andere Menschen einen wahrnehmen oder akzeptieren.

Wenn man gebildet ist, werden andere Personen ein besseres Bild von einem selbst wahrnehmen.Daher sollte man auch das Lesen schätzen, um qualitativen Small-Talk betreiben zu können.

Man bekommt dadurch auch ein besseres Gehör. Ansonsten nehmen die Menschen instinktiv die Person als egoistisch, egozentrisch oder besserwisserisch wahr. Die Abneigung und Abweisung wird dann fast als natürliche Reaktion folgen.

Wenn man in seiner sozialen Umgebung eine gute Bildung ohne Besserwisserei zeigt, wird man freundlicher angenommen.

Fremde Meinungen helfen uns zu wachsen, und bei nicht Übereinstimmung nickt man höflich, als hätte man die Meinung verstanden. Man muss diese nicht teilen, aber respektieren.

Mit anderen Worten: Sanftheit zieht Freundlichkeit an. Indem man anderen Gutes tut, bekommt man auch Gutes zurück.

Gute Manieren sind auch ein Schutz gegen viele Angriffe und erlauben eine bessere Verteidigung in Argumentationen.

Dies liegt an dem Respekt, den man erhält, wenn man andere mit Respekt und Würde behandelt.

Auch im Berufsleben zeigen Erfahrungen im Verkauf, Training oder  im Management von Projekten, dass um so höflicher Jemand ist, desto besser sind die Ergebnisse.