Wieviel Kunst ist in Kunst drin?

Meinung

Sticker ... Kunst?

Ich las in einem Zeitungsartikel über Stickerkunst. Dabei fiel mir auf, dass diese Bewegung, die angeblich über zwanzig Jahre existiert, immer noch sehr kontrovers diskutiert wird. Hier meine Zusammenfassung ...

Kunst oder Müll?

Als ich in den späteren Siebzigern zum Kunstunterricht ging, waren unsere Malmedien eigentlich nur die klassischen bekannten wie Aquarell, Gouache, Öl und Acryl. Sicher Pastell und Kohle waren dabei, aber mit anderen Mitteln zu arbeiten, wie in Collage, war mir und meinen Schulkollegen nicht fremd, aber nicht besonders reizvoll.

Der Kunstanspruch, der im Artikel der Saabrücker Zeitung vom 25. April 2016 angesprochen wurde, war für mich Anlass, mich mit dieser Technik detailliert außeinander zu setzen.

Zwischen den Kritiken, die gegen diese Art der Kunst sprechen, ist seine Tangente zum Vandalismus das meist angesprochene Thema. Zur Erläuterung, wenn man Objekte verklebt, die zur Öffentlichkeit gehören, wie zum Beispiel Verkehrsampeln, Schilder oder Sitzbänke, ist der Steuerzahler, eigentlich der potenzielle Kunstbetrachter, mit Reinigungskosten und anderen Belastungen konfrontiert. Dies wurde auch als Thema in Vorreiter Städten wie Berlin und Köln mehrfach angesprochen. Sogar der Bürgermeister von Köln musste moderierend einwirken, um weitere Zerstörung von öffentlichem oder fremdem Eigentum zu vermeiden.

Malmittel hatten auch in der Vergangenheit fragwürdige Verhältnisse zur Umwelt. Jedoch als Kern des Problems sehe ich das aktuelle Bildungssystem in Deutschland. Man hat durch oberflächliche Interpretationen von Erziehungsmethoden wie Montessori, Pestalozzi oder Rubienska sich zwar die Lehrerarbeit leichter gemacht, aber die Wertevermittlung an die neue Generation aus dem Fokus verloren. Dadurch sind begleitende akademische Werte, die in die Kunst gehören, in der neuen Generation bagatellisiert worden.

Gestaltung oder Zufall?

Die Gestaltung der Sticker, zum Beispiel rund oder quadratisch, ist an sich bereits entscheidend. Damit wird auch definiert, wie der Künstler an sein Werk heran geht. Eines der Kunstwerke, die ich selbst erlebt habe, basierte auf einem Konsole-Spiel Klassiker namens Space Invaders. Als Motivation für diese Art der Umsetzung liefern die Pixel Screens aus solchen Geräten viel Inspiration. Auch andere Umsetzungen mit einfachem Klebeband sind nicht selten.

Ebenso wie Grafitti ist diese Art der Kunst sehr vergänglich, was meiner Ansicht nach etwas an Anspruch verliert. Mit einem wachsenden Interesse in Künstlerkreisen kann es jedoch sein, dass Themen wie Hintergrund, Haltung der Leuchtkraft oder gar Einflüsse von Schulen wie Kubismus oder klassischen Künstlern wie zum Beispiel Lichtenstein oder Escher diesen Stil zu einem besonderen Newcomer machen. Im Artikel war auch ein Link zur Plattform deinestadtklebt.de zu lesen.

Dieser Kunststil kann sich noch viel weiter entwickeln, doch Umweltbewusstsein, Rücksicht auf die Gesellschaft und wertvollere Bildung müssen gefördert werden, damit Kreativität nicht mit Vandalismus auf das gleiche Podest gesetzt werden.

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