Bauerntheater: Der Opa hat an Vogel

Der Opa hat an Vogel adaptierte Version von "Ja, wenn der Opa net wär", von Hans Gnade. 

Dieses Bauernstück in bairischem Dialekt ist eine ländliche Verwechslungskomödie voller Aberglauben, Missverständnisse und eskalierendem Kopfkino. Viele Dialoge wirken zunächst simpel, lassen sich jedoch zweideutig interpretieren und führen die Figuren – und das Publikum – immer wieder auf abwegige Pfade. Es entsteht ein Netz aus Missverständnissen, in dem Realität, Vermutungen und Gerüchte untrennbar ineinanderfließen.

Bühnenbild

Die Handlung spielt in einer Bauernstube von Kleinbauern so etwa in den 1960er oder 1970ern. Auffällig ist, dass es keinerlei Waffen gibt – das Stück will das Publikum nicht auf Krieg vorbereiten. Dafür wird viel geschnapselt. Die Darsteller sind ein naives Bauernpaar, die Ehefrau in blauer Kittelschürze, der verwitwete Opa, ein Postbote in Postuniform und eine Friseurin. Im 3. Akt tritt noch eine elegante Unternehmerin hinzu. Alle Schauspieler – bis auf den Opa – wechseln einmal ihr Kostüm. Die Friseurin selbst tritt mit wilder Lockenfrisur auf – ganz im Stil der 1970er Jahre – und verkörpert damit nicht nur eine Modeerscheinung, sondern auch eine Figur, die im Dorf als kommunikatives Zentrum fungiert. Der Friseursalon war Treffpunkt, Nachrichtenbörse und Gerüchteküche zugleich. Die Unternehmerin erscheint in zwei besonders eleganten Dirndln. Das Ganze spielt an einem Freitag, dem 13., das Unglück scheint allein durch dieses Datum vorprogrammiert.

Handlung

Dem Opa, Vater des Ehemanns, ist sein Papagei entflogen und beim Pfarrer gelandet. Dummerweise plappert der Papagei Dinge, die beim Publikum schlimmstes Kopfkino auslösen. Was treibt der Opa in seinen Gemächern?

Das junge Bauernpaar hat eine Zeitungsanzeige geschaltet, um sein überaltertes Auto zu verkaufen und hofft, vom Opa Geld für ein neues zu bekommen – immerhin chauffieren sie ihn damit. An diesem Freitag, dem 13., geht alles schief: Ein Spiegel zerbricht, der Strom fällt aus, und der Anzeigentext erscheint der Ehefrau überzogen.

Zu allem Überfluss bringt der Postbote dem Opa einen Brief einer Heiratsvermittlerin, was alle erschreckt. Die Friseurin wittert Heiratslust, spekuliert auf Opas Rente und nähert sich ihm an. Der Opa öffnet den parfümierten Brief und blickt zufrieden, sehr zum Entsetzen der anderen.

Am nächsten Tag, im 3. Akt, erscheint die elegante Heiratsvermittlerin persönlich, verschwindet aber sofort wieder, da sie merkt, dass sie stört und der Opa gar nicht da ist. Sie verlässt die Bauernstube, geht in die Wirtschaft und wartet dort. Es folgen wirre Dialoge, die an Beate Uhse erinnern – dieser Anker wurde bereits im ersten Akt gelegt, denn der Postbote brachte ein solches Päckchen dem Opa. Der Postbote hat sich allerdings beim Namen und bei der Hausnummer zwischen 66 und 99 geirrt, was als Hinweis auf seinen Alkoholkonsum gedeutet werden kann; das Paket gehörte gar nicht dem Opa. Bei den Dialogen, über das alte Auto, wird bei der Friseurin und dem Zuschauer das Kopfkino aktiviert und erotisch fehlinterpretiert – tatsächlich geht es ausschließlich um den Wagen.

Auf die konkrete Frage, ob die Heiratsvermittlerin den Opa heiraten wolle, antwortet sie amüsiert: Sie vermittelt Heiraten, selbst käme sie jedoch nie auf die Idee, eine Ehe einzugehen. Ihr Interesse gilt lediglich dem Oldtimer. Ein großer Aha Moment bei allen beteiligten.

Der Kauf kommt zustande, die Unternehmerin verlässt die Bauernstube, die Friseuse und der Postbote werden ein Paar. Der Opa ist zufrieden und offenbart, dass er dem Sohn ein neues Auto schenkt, da er in einer Lotterie gewonnen hat und 8.000 € monatlich erhält.